Migrationshintergrund und Sprachbarriere  

Mit dem Migrationshintergrund der älteren muslimischen Generation in Deutschland ist die Problematik der Sprachbarriere verbunden. Ältere muslimische Bürger*innen hatten in ihrer Einwanderergeneration aus verschiedenen Gründen nur einen unbefriedigenden Zugang zum Erwerb der deutschen Sprache. Dies bedeutet nicht nur, dass sie sich in der Mehrheit nicht gut verständlich machen können, wenn es nicht gerade um gewöhnliche, alltägliche Dinge geht, sondern betrifft besonders auch die Mitteilungsfähigkeit, wenn es um die Beschreibung ihrer Probleme und ihrer Befindlichkeit geht. Die Kommunikation in der Muttersprache bietet u.a. der älteren Migrant*innengeneration die Möglichkeit, ihre Bedürfnisse verständlich auszusprechen. Das Gespräch in der Muttersprache schafft ein Gefühl von Heimat und Geborgenheit und lässt den Betroffenen Wertschätzung und Schutz spüren. Der Mensch kann in einer persönlichen krisenhaften Situation er selbst sein, und dies trägt bei zum seelsorgerlichen Gelingen. Unsere ausgebildeten islamischen Seelsoger*innen sind mindestens zweisprachig. Es ist uns ein Anliegen, die Menschen bei Bedarf in ihrer Muttersprache betreuen zu können.

Einen weitreichenden Einfluss haben die fehlenden Sprachkenntnisse, wenn es um Wissens- und Informationsvermittlung geht. So besteht, was die Altenhilfe als Teil des deutschen Sozialsystems angeht, ein Informationsdefizit, was Migrant*innen den gleichberechtigten Zugang zu Hilfsangeboten erschwert. Infolgedessen wird auch kaum vorgesorgt, und wenn die Pflegebedürftigkeit plötzlich eintritt, kann sich die Betroffene bzw. der Betroffene nicht mehr selbst helfen. In der gesamten Bevölkerung wird auf einen guten Informationsstand und Vorsorge hingewirkt, jedoch haben ältere Migrant*innen in dieser Hinsicht nochmals einen erschwerten Zugang. Gerade die Migrant*innen der älteren Generation sind aufgrund ihrer Migrationssituation in ihrem persönlichen Leben kaum mit dem Problem der Altenhilfe konfrontiert worden, da sie ihre älteren Familienmitglieder in der Heimat zurückgelassen haben. Unsere Seelsorgenden sind sich diesen Schwierigkeiten bewusst, unterstützen auch bei der Informationsbeschaffung und wirken darauf hin, sich frühzeitig um eine Patientenverfügung oder auch um eine  Vorsorgungs- oder Betreuungsvollmacht zu kümmern.

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